Wissen, wie's geht
Handy & Internet - Teil 1: Trends der mobilen Handywelt
Die Zeiten, in denen das Handy schlicht zum Telefonieren und SMS verschicken oder kurz "simsen" taugte, sind passé. Heute sind Handys kleine Tausendsassa zum Fotografieren, Filmen, Spielen, Daten austauschen, Surfen, MP3s abspielen, Radio empfangen, Organisieren oder Navigieren. Das Handy hat sich zum mobilen, multifunktionalen Minicomputer gemausert, wurde mit vielfältigen Funktionen, Zugang zum Internet oder GPS ausgestattet. Mit dem Handy geht's ins Internet, aus dem Web wird das Handy gespeist, neue Dienste lösen Grenzen auf.
Diese Funktionen bieten neue Chancen der Kommunikation, aber auch neue Risiken.
Inhaltsübersicht
Mobiles Internet - Handy goes Internet
Die zunehmende Nutzung des mobilen Internets ist eine Entwicklung, die besonders das Internet-ABC beschäftigt. Mit dem Handy loggt man sich von überall aus ins Netz. War dies vor einigen Jahren noch mit hohen Kosten verbunden, haben neue Dienste und Technologien, Smartphones und WLAN den Kostendamm gebrochen und dazu beigetragen, das mobile Internet erschwinglich zu machen.
Das Internet hält unaufhaltbar Einzug in die mobilen Geräte, sei es über GPRS oder schnellere Verbindungen wie UMTS oder HSDPA und WLAN. Smartphones verbuchen einen erstaunlichen Verkaufserfolg. Zehn Millionen Handy-Besitzer in Deutschland nutzen bereits regelmäßig mobile Internetfunktionen. Das entspricht immerhin 17% aller Handy-Nutzer. Die meisten rufen dabei Webseiten über das Handy auf oder versenden E-Mails. Prognosen gehen davon aus, dass die mobile Internetnutzung weiter voranschreitet und mehr und mehr Anhänger findet.
Mobiles Surfen - Das Handy als Surfstation
Über ein internetfähiges Handy öffnet sich das Tor zum Internet. Rund acht Millionen Handy-Besitzer surfen über ihr Mobiltelefon. Neun Prozent der Suchanfragen im Internet werden vom Handy aus durchgeführt, bereits 2012 soll sich der Wert verdoppelt haben. Große Webseitenanbieter haben bereits alle eigene Angebote für mobile Geräte.
Für die kleineren Displays stellen sie speziell programmierte Seiten ins Netz, die auf den Handybildschirm passen und bedeutend schlanker angelegt sind, um die Kosten für mobiles Surfen attraktiv zu halten. Online-Communitys, wie z.B. SchülerVZ oder YouTube sind in Handy-optimierten Varianten erreichbar. Informationsangebote wie die freie Wissensenzyklopädie Wikipedia und bekannte Nachrichtenseiten wie der Spiegel, die FAZ, die Welt oder die Süddeutsche Zeitung informieren mobil. Auch Shops und Dienste wie Amazon, die Bahn oder Ebay setzen auf das mobile Internet.
Mobiles Chatten
Internetfähige Handys erlauben auch, damit zu netzwerken und zu chatten: Ähnlich wie am Computer können am Mobiltelefon Messenger benutzt werden, um sich auszutauschen. Ob ICQ, Windows Live oder Skype, die Messenger haben sich auf die Welt der mobilen Geräte eingestellt. Wer über sein Handy den Kontakt zu seinen Freunden halten will, installiert sich eine mobile Version des favorisierten Messengers auf dem Handy.
Darüber hinaus gibt es auch speziell für Mobilgeräte entwickelte Programme (z.B. Qeep), mit denen soziales Netzwerken am Handy Realität wird: es lässt sich chatten, Fotobloggen oder mit mehreren Spielern in Multiplayer-Spielen gamen.
Twittern
Twittern, auch "Microblogging" genannt, profitiert ebenfalls vom mobilen Internet, das virtuelle Gezwitscher findet immer mehr Anhänger. Dabei werden mit dem Handy oder dem Computer kurze Botschaften mit maximal 140 Zeichen gepostet. Umgekehrt kann man als "Follower" die Nachrichten anderer verfolgen und sich aufs eigene Handy schicken lassen. Über Twitter gelingt es, Nachrichten wie ein Lauffeuer zu verbreiten, auch vorbei an den klassischen Medien wie Fernsehen oder Radio.
- Erklärung des Begriffs "Twittern" im Lexikon des Internet-ABC
- Internet-ABC: Twitter, Fluch oder Segen?
- Quiz des Internet-ABC rund ums Twittern
Smartphone und Apps - Multimedialer Katalog der Möglichkeiten
Multimedia-Handys mit komplexer Rundum-Ausstattung sind ein Verkaufsschlager. Die kleinen multimedialen Alleskönner werden als "Smartphones" bezeichnet. Sie haben entweder einen Touchscreen oder eine integrierte Tastatur und leisten heute locker so viel wie ein ausgewachsener Computer vor wenigen Jahren. Das bekannteste Smartphone ist das iPhone von Apple.
"Apps" - Anwendungen für Smartphones
Wer ein modernes Smartphone besitzt, hat die Möglichkeit, es mit zusätzlichen Programmen, Funktionalitäten und Inhalten auszustatten. Für diesen Zweck gibt es eine Fülle von Applikationen, kurz "Apps" genannt. Apps sind kleine Programme oder Anwendungen, die sich im Handumdrehen auf dem Multimedia-Handy installieren lassen.
Die Liste der kleinen nützlichen Helfer ist umfangreich: Spiele, Organizer, Musiktools, Lexika, Verkehrsinfos, Restaurantfinder, TV-Programm, E-Books, Newsticker, Info- und Hilfsprogramme. Rund 400.000 Apps gibt es bereits weltweit. Die Apps lassen sich direkt vom Handy aus oder alternativ über den Computer auf das Handy laden.
Erhältlich sind die Apps in entsprechenden Application-Stores. Erfinder und damit Vorreiter der Apps und Application-Stores war Apple. Dem bekannten und beliebten Multimedia-Handy von Apple, dem "iPhone", wurde im Juli 2008 ein eigener App-Store zur Seite gestellt, der mittlerweile mit mehr als 200.000 Apps bestückt ist, die in Rubriken einsortiert sind.
Die in App-Stores zum Download feil gebotenen Programme werden meist von Drittfirmen oder freien Programmierern zur Verfügung gestellt. Darunter sind viele kostenlose Anwendungen, andere sind kostenpflichtig. In der Mehrzahl liegen die Preise unter 10 Euro. Die Masse macht's, der Verkauf von Apps hat sich zum Millionengeschäft gemausert, an dem jeder Anbieter partizipieren möchte. 2008 nutzten Handybesitzer in Deutschland etwa 3,2 Millionen Apps.
Nicht jedes App ist für jedes Mobilgerät kompatibel. Längst steht das Apple-Store nicht mehr allein da, andere Hersteller sind auf den Zug aufgesprungen, bieten unzählige Apps in eigenen App-Stores, wie die folgende Übersicht zeigt:
App-Stores anderer Hersteller und Marken:
- Nokia: Ovi Store
- Samsung Apps
- Google: Android Market
Android heißt das quelloffene Handy-Betriebssystem von Google, das auf vielen Multimedia-Handys installiert ist - siehe die Erklärung zu "Android-Handy" im Lexikon des Internet-ABC: - Internet-ABC: Android
QR-Codes und Barcodes entschlüsseln
Haben Sie schon mal eine Bahnfahrt mit Online-Ticket unternommen? Auf dem Ticket-Ausdruck befindet sich ein sogenannter "QR-Code", ein schwarz-weißer, quadratischer Digitalcode, in dem verschlüsselte Informationen stecken. Solche zunehmend im Alltag eingesetzten Codes lassen sich mit Hilfe des Handys, das mit einem entsprechenden App und einer Kamera ausgestattet ist, dekodieren. Ähnliches ist auch mit den im Handel benutzten Barcodes möglich. So werden Preis- und Produktvergleiche möglich, die für den Verbraucher mehr Transparenz bedeuten.
Mobiles Spielen - Das Handy wird zur Spielkonsole
Wer sich ein neues Handy kauft, findet eine Reihe vorinstallierter Spiele vor. Spielefans können über Downloads das Spiel-Repertoire wunschgemäß aufstocken und beliebig viele Spiele nachinstallieren, um ihr Mobiltelefon in eine Spielkonsole zu verwandeln. Allerdings kann dies auch zur Kostenfrage werden. Auch in den App-Stores findet sich eine Fülle an Spielanwendungen.
Auf eine Alterskennzeichnung zur Orientierung können Eltern sich nicht stützen, mobile Spiele werden von der USK nicht eingestuft. Oft sind sie jedoch Abwandlungen bekannter Computerspiele, die wiederum gekennzeichnet wurden und zumindest Anhaltspunkte zur Altersfrage bieten.
Besondere Aufmerksamkeit sollte Multiplayer-Games entgegen gebracht werden, die durch das mobile Internet auch auf Handys möglich sind. Sie können das Kennenlernen neuer Freunde, aber genauso auch Belästigungen durch unerwünschte Spielpartner-Kontakte bedeuten.
Auch das Internet-ABC stellt einige Handy-Spiele vor:
Linktipp:
Handy, GPS und Geocaching
Moderne Handys verfügen über einen GPS- (Global Positioning System-)Empfänger. GPS ermöglicht u.a. den Einsatz des Handys als Navigationsgerät. Mit der richtigen Software wird ein Smartphone im Handumdrehen zum Navi. Die Navigationsprogramme werden mittlerweile sogar als kostenlose Apps angeboten (z.B. "Navigon Select" oder "Google-Navi"). Das bekannte Google Maps ist ebenfalls in einer mobilen Handy-Variante nutzbar.
Geocaching - Moderne Schatzsuche per Satellit
GPS lässt sich auch für die moderne Form der Schatzsuche oder Schnitzeljagd einsetzen: dem Geocaching. Eine Freizeitaktivität, die immer mehr begeisterte Anhänger findet. Geocacher machen sich mit Hilfe eines GPS-tauglichen Handys als modernem Kompass auf die Suche nach "Schätzen", die andere Geocacher versteckt und verortet haben. Die Touren für solche Schatzsuchen werden im Internet gesammelt und koordiniert.
Laut Wikipedia gibt es weltweit inzwischen über eine Millionen Caches bzw. Geocaching-Touren, gelistet z.B. in der Datenbank Geocaching.com. Jede Tour beinhaltet geographische Koordinaten, anhand derer die Suche ausgerichtet wird. Am Ende wartet der "Geocache", ein Behälter mit Logbuch, in das man sich einträgt sowie außerdem "Schätze" bzw. Gegenstände zum Tauschen. Geocaching hat das Potenzial, auch träge "Couchpotatoes" und Computer-Stubenhocker zu Aktivität und Bewegung an der frischen Luft zu motivieren.
Linktipps für Pädagogen:
- Kurzübersicht Methode Geocaching im Unterricht (PDF)
- Edu-Caches - Geocaching mit Lernanspruch
- GPS in der Schule
Ortung und Datenschutz
Die Möglichkeit, ein Handy über GPS zu orten, erscheint besorgten Eltern und enthusiastischen Netzwerkern vorteilhaft. Bei dieser Funktionalität sollte allerdings auch das Thema Datenschutz bedacht werden. Apple beispielsweise erhebt prinzipiell Standortdaten seiner Nutzer, iPhone-Besitzer merken dabei gar nicht, dass ihr Gerät im Hintergrund Daten übermittelt. Wer seine Positionsdaten freiwillig selbst ins Internet überträgt, z.B. in Netzwerken wie Facebook, offenbart damit öffentlich und jederzeit einsehbar seinen Aufenthaltsort. Zum Weiterlesen:
Augmented Reality - Mehr, als die Wirklichkeit zeigt
Zukünftig konfrontieren uns Handys mit einer erweiterten Realität, der "Augmented Reality". Hierbei verschmelzen Realität und Virtualität. Wer seinen multimedialen Minibegleiter beispielsweise auf ein besonderes Bauwerk richtet, erhält dazu über das Display zusätzliche Informationen wie Erbauungsdatum oder historische Fotos. Ähnliche Möglichkeiten ergeben sich im Bereich der Medizin, der Architektur oder der Navigation. Diese Varianten der Augmented Reality, bei der Bilder mit computergenerierten Zusatzinformationen gespickt werden, sind bereits abrufbar, wie auch die Beispiele im Linktipp zeigen.
Doch die Entwicklung geht noch weiter: Auch zu Personen sollen demnächst zusätzliche Infos über das Handy angezeigt werden. Wer sein Gerät auf das Gesicht eines Menschen hält, erfährt dessen Namen und persönliche Angaben sowie etwas über dessen Internetaktivitäten - sofern die Person im Web 2.0, z.B. bei Facebook, aktiv ist und dort Datenspuren hinterlassen hat. Zum Weiterlesen:










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