Sonntag, 20. Mai 2012

Wissen, wie's geht

Handy und Internet - Teil 2: Kind und Handy

Das Handy erobert den Kinderalltag

Die folgenden Zahlen helfen, die Situation und Verbreitung von Mobiltelefonen unter Kindern einzuschätzen. Die KidsVerbraucherAnalyse 2008 kommt zu dem Ergebnis, dass über zwei Millionen Kinder von sechs bis 13 Jahren im Besitz eines Handys sind.

Auch die KIM-Studie 2008 bestätigt, dass das Mobiltelefon den Kinderalltag erobert: Mehr als jedes zweite Kind (52 %) der 6- bis 13-Jährigen besitzt ein eigenes Handy. Je älter die Kinder, umso häufiger steht ihnen ein Handy zur Verfügung: Sind in der Altersgruppe der 6- bis 7-Jährigen 19 % damit ausgerüstet, sind es schon 66 % bei den 10- bis 11-Jährigen, und unter den 12- bis 13-Jährigen bereits 86%. Dabei ist kein Unterschied zwischen Mädchen und Jungen festzustellen, das Handy ist ein geschlechtsübergreifendes Medium.

Kinder nutzen vorwiegend die klassischen Funktionen wie Telefonieren und SMS-Verschicken. Spielen, fotografieren und filmen liegen bei Kindern noch hinten an. Ob sich dies in den letzten zwei Jahren geändert hat, muss die KIM-Studie 2010 offenbaren, die Anfang 2011 erscheint.

Das Handy ist für Kinder auch ein Mittel zur Selbstdarstellung und ein Prestigeobjekt. Je älter Kinder werden, umso mehr Wert legen sie darauf, neue und angesagte Handymodelle zu besitzen. Wer das neueste Modell hat, ist "in". Das Handy ist die Schnittstelle, um mit Freunden zu kommunizieren, um den eigenen Geschmack über darauf gespeicherter Musik, Display, Klingelton oder Hartschale zu zeigen und auszuleben, seinen Platz unter den Peers zu finden und zu festigen.

Ein eigenes Handy für mein Kind?!

Ab wann? Eltern fragen sich meist zuerst, wie alt ein Kind für ein Handy sein sollte. Als Sicherheitsausstattung für Notfälle eignet sich ein Handy bereits für jüngere Kinder im Grundschulalter. Dieses sollte nur ein Basishandy oder sogar ein spezielles Gerät für Kinder sein.

Für ängstliche Kinder fungiert das Handy auch als emotionale Hilfe, vermittelt es doch das Gefühl und die Sicherheit, dass die Eltern stets erreichbar sind. Ab einem Mindestalter von 9 bis 10 Jahren empfiehlt sich die Anschaffung eines "normalen" Handys. Soll das Handy als vollwertiges Multimedia- und Kommunikationswerkzeug dienen, liegen Altersempfehlung deutlich höher.

Ein guter Zeitpunkt für ein eigenes Handy kann z.B. der Wechsel von der Grundschule in die weiterführende Schule sein. Dem Kind wird damit mehr Eigenverantwortung eingeräumt. Wünscht sich Ihr Kind ein Handy, sollten Sie in jedem Fall vorher herausfinden, was es damit machen möchte und welche Handy-Kenntnisse es bereits hat. Scheuen Sie sich nicht, sich mit der Technik auseinanderzusetzen. Manche Handys erlauben es den Eltern bestimmte Funktionalitäten abzuschalten, so dass die Kinder diese nicht nutzen können und damit vor Kosten und Sicherheitsrisiken geschützt sind.

Braucht ein Kind immer das neueste und modernste Handy? Nein, auch wenn das selbstverständlich bleibt Ihre Entscheidung bleibt. Aber aus pädagogischer Sicht reicht für Kinder ein Handy mit den Grundfunktionen wie Telefonieren und SMS - selbst wenn Mitschüler vielleicht mit dem neuesten Multimedia-Modell konkurrieren. Internet, MP3, Radio und mehr sind für Kinder attraktive Extras, aber es muss nicht immer gleich das Coolste sein. Sie als Eltern entscheiden, ob die Anschaffung eines solchen Modells gewünscht ist.

Zugegeben: Diskussionen mit den Kindern darüber sind anstrengend, denn Handys werden als Statussymbol und Mittel zur Selbstdarstellung gesehen, verhelfen zu Akzeptanz bei den Gleichaltrigen. Aber letztlich kann sich die begründete Diskussion auszahlen, denn dabei lernt Ihr Kind auch gleich etwas für's Leben.

Gesundheitliche Aspekte - Handy-Strahlung

Ist ein Handy schädlich für mein Kind? Über mögliche negative Einflüsse der Strahlung von Handys liegen bisher keine eindeutigen Langzeitstudien vor. Wählen Sie ein Gerät mit einem möglichst niedrigen SAR-Wert. Er zeigt, wie hoch die Strahlenenergie ist, die von dem Gerät ausgeht. Geräte mit Werten über 0,6 W/kg sind nicht zu empfehlen. Informieren Sie sich über einzelne Geräte im Internet. Die größte Strahlenbelastung entsteht beim Verbindungsaufbau und in Gebieten mit schlechtem Empfang, daher sollte in diesen beiden Situationen das Gerät möglichst nicht am Ohr sein.

Linktipps Gesundheit & Strahlenwerte:

Überlegungen zu Kosten und Funktionen

Ein Handy mit Vertrag oder Prepaid-Karte?

Grundsätzlich lassen sich zwei Tarifmodelle unterscheiden:

  • Vertragshandy: Ein Vertrag kann erst mit 18 Jahren und damit nur über die Eltern abgeschlossen werden. Er hat in der Regel eine Laufzeit von zwei Jahren. Die Gesprächsgebühren und das Handy selbst sind preiswerter, allerdings fallen meist Grundgebühren an. Schlagkräftigstes Argument gegen den Laufzeitvertrag ist die unübersichtliche Kostenkontrolle, da die Rechnung monatlich gestellt wird. Der Vertrag kann so zur Kostenfalle werden.
  • Handys mit Prepaid-Karten: Geeigneter und sicherer für Kinder sind Handys mit Prepaid-Karten, ohne Vertragsbindung. Die Telefonausgaben lassen sich kontrollieren, da nur das vorher eingezahlte Guthaben genutzt werden kann. Dabei lernen Kinder mit der Zeit, dass auch ein kurzer Anruf oder eine knapp getippte SMS Geld kosten.

Bei einigen Anbietern lässt sich an den Vertrag der Eltern eine "Kinder-Partnerkarte" koppeln, für die (ähnlich wie beim Prepaid-Modell) eine monatliche Summe zum Telefonieren als Grenze bestimmt werden kann. Unerwünschte teure Servicenummern lassen sich sperren. Es gibt außerdem spezielle Vertragsangebote für Kinder sowie Kosten-Airbags, die Ihr Kind davor bewahren, eine bestimmte Grenze zu überschreiten.

Empfiehlt sich für Ihr Kind ein Handy mit Vertragsbindung oder mit Prepaid-Karte? Pauschal eignen sich für Kinder eher Prepaid-Handys mit begrenztem Guthaben, aber es gibt Ausnahmen. Prüfen Sie daher im Vorhinein, wofür das Handy da sein soll sowie die entsprechenden Angebote der Hersteller. Gesprächsminuten der Prepaid-Variante sind in der Regel teurer, dafür besteht kein Risiko auf böse Überraschungen. Geht Ihr Kind mit seinem Taschengeld sparsam und verantwortungsvoll um? Oder gehört es eher zu den Kindern, die kein Gefühl fürs Wirtschaften haben? Da Sie in der Regel stellvertretend für Ihr minderjähriges Kind den Vertrag schließen, sind Sie auch für die Rechnungen verantwortlich.

Klassische und viel genutzte Handyfunktion: SMS oder "Simsen"

SMS, der "Short Message Service", zu Deutsch "Kurznachrichtendienst", meint das Verschicken von Textnachrichten. Auch wenn der Trend zu Internetanwendungen oder Navigation per Handy geht - die meist genutzte Handy-Funktion neben dem Telefonieren ist nach wie vor das Versenden von Kurznachrichten.

Drei Viertel aller Mobiltelefon-Besitzer nutzen regelmäßig Textnachrichten. 2009 wurden in Deutschland insgesamt über 34 Milliarden SMS verschickt. Gerade bei Kindern ist dieser "Handy-Klassiker" beliebt. Was vor 20 Jahren kleine Zettel und Briefchen waren, wird heute via SMS kommuniziert. Die maximale Zeichenzahl von 160 pro SMS mahnt dabei zum Kurzfassen. Um Stimmungen auszudrücken, werden Emoticons verwandt, die auch in der Web-Kommunikation, in Chats, E-Mails und Kinder-Communitys gern und oft von jungen Menschen eingesetzt werden.

Auf Webseiten mit Free-SMS können über das Internet SMS an Handys verschickt werden. Aber Vorsicht, oft müssen dafür zunächst in einer Registrierung persönliche Daten angegeben oder Werbung in Kauf genommen werden.

Eine Anbieter-Übersicht gibt es bei

Handy, Video, Foto - Das Handy als Kamera

Handy-Kameras machen Fotoapparaten bereits Konkurrenz, in der Qualität stehen sie so manch durchschnittlicher Digitalkamera in nichts nach. Kinder und Jugendliche knipsen mit dem Handy eifrig und gerne Fotos, filmen Videoclips und tauschen diese untereinander aus. Dabei sind die Bilder auch schnell im Internet veröffentlicht, werden auf der eigenen Seite, in sozialen Netzwerken wie schülerVZ eingestellt.

Worüber Kinder sich nicht immer im Klaren sind: Es handelt sich bei Fotos um persönliche Daten und Dokumente, die nicht ohne Erlaubnis der Abgebildeten einfach ins Netz gestellt werden dürfen. Beim Fotografieren und Filmen muss die Privatsphäre des anderen beachtet werden. Heimliche Aufnahmen im privaten und persönlichen Bereich sind gesetzlich verboten. Auch die eigenen persönlichen Daten gilt es zu schützen. Grundsätzlich sollten Kinder mit der Weitergabe und Veröffentlichung sehr zurückhaltend sein.

Datenaustausch

Das Handy ist für Schüler auch eine Tauschbörse für Dateien, für Fotos, Musik oder Videoclips. Auf dem Schulhof wechseln die "besten Songs" und "coolsten Handylogos" rasch ihre Besitzer. Dabei ist der Datenaustausch über verschiedene Schnittstellen möglich. Smartphones bieten die breiteste Palette, aber auch mit weniger ausgerüsteten Mobiltelefonen gelingt der Austausch.

Der MMS (Multimedia Messaging Service) macht es möglich, Multimedianachrichten, Texte mit Bildern, Sound oder Videoclips an andere Mobilgeräte oder als E-Mail an Computer zu verschicken. Eine MMS kann bis zu 3.000 Zeichen enthalten. Übertragen werden MMS via GPRS, sie sind daher entsprechend teurer als normale Text-Nachrichten (SMS). Je größer das Datenvolumen der MMS, umso teurer wird sie.

Über kurze Entfernungen geschieht der Austausch in der Regel über kostenlose kabellose Verbindungen wie Bluetooth oder eine Infrarot-Schnittstelle. So können problemlos Telefonnummern, Kontakte, Fotos oder Filme von einem Handy zum anderen übertragen werden.

Das Handy als Kostenfalle - Abzocke & Abofallen

Geben Sie "Klingeltöne" bei Google ein und Sie landen mit den ersten Treffern auf einschlägigen Seiten, die alle am Verkauf von Abos interessiert sind. Das steht im Kleingedruckten - und damit gerade für Kinder schwer zu dekodieren.

Das Handy kann in vielerlei Hinsicht zur Kostenfalle werden, nicht selten an der Schnittstelle zum Internet. Hier stolpern Kinder in Abofallen, werden bei der Anforderung von Klingeltönen, Logos, Spielen oder Gimmicks abgezockt. Beim Download erkennen sie nicht, dass sie gleichzeitig einem Abo zustimmen. Das Gesetz schreibt zwar vor, die Kosten aufzuführen, doch werden sie häufig geschickt im Kleingedruckten versteckt, sowohl in der Fernsehwerbung als auch im Internet. Die böse Überraschung kommt mit der Handyrechnung.

SMS können auch direkt als Zahlungsmittel fungieren und kostenpflichtige Services anbieten, dies sind die sog. Premium-SMS. Zwischen 29 Cent und 4.99 Euro liegen die Preise dieses Dienstes, mit dem sich Klingeltöne, Handylogos, Gewinnspiele, Flirtlines oder Abstimmungen im Fernsehen, z.B. bei Casting-Shows, abrechnen lassen. Auch hier fallen die Kosten meist nicht offensichtlich genug ins Auge. Weiterführende Infos im Internet-ABC:

Tipps und Regeln, um Kostenfallen zu vermeiden

  • Ein Handy mit Prepaid-Karte oder monatlichen Limits hilft, die Handykosten der Kinder zu überblicken und im Rahmen zu halten.
  • Wenn möglich, beim Vertrags-Handy kostenpflichtige Dienste beim Mobilfunkanbieter sperren lassen, z.B. teure Sonderrufnummern. Klären Sie Kinder über Tricks und Maschen der Abzocker auf.
  • Erklären Sie, dass das Kleingedruckte wichtig ist, welche Kosten im Einzelnen entstehen und welche versteckten Kostenfallen sich über das Herunterladen von Spielen oder Klingeltönen ergeben können.
  • Vereinbaren Sie, dass vor jedem Download zunächst gemeinsam mit Ihnen das Angebot geprüft wird.
  • Ihr Kind hat ein ungewolltes Abo abgeschlossen?
    - Ein minderjähriges Kind kann keinen wirksamen Vertrag abschließen, sofern die Eltern die Genehmigung verweigern.
    - Erklären Sie schriftlich, dass Sie dem Vertrag nicht zustimmen, Musterbriefe erhalten Sie über die Verbraucherzentralen, die auch in schwierigen Abzocke-Fällen weiterhelfen.
  • Grundsätzlich nie auf SMS antworten, deren Absender unbekannt ist, dahinter kann sich eine Abzocke-Masche verbergen.
  • Sich nie auf SMS-Chats und SMS-Flirtlines einlassen, auch TV- und Zeitungswerbung muss nicht seriös sein.
  • Alternativen zu den Bezahlangeboten: Sich eigene Klingeltöne oder Logos erstellen, macht Spaß und kostet nichts (mehr im Kapitel unten: "Kreative Handynutzung")!

Problematische Inhalte und Mobbing

Im Internet und auf Mobiltelefonen kursieren leider auch jugendgefährdende Inhalte, wie pornographische und gewalthaltige Fotos und Clips. Schüler filmen Gewalttaten und reichen diese Gewaltvideos von Handy zu Handy weiter. "Happy Slapping" nennt sich dieses bedenkliche Phänomen. Die Clips werden von Handy zu Handy übertragen oder auch vom Handy ins Internet gepostet und umgekehrt. Sie gelten als Mutproben oder dienen dem Austesten von Grenzen. Gewaltvideos erfüllen einen Straftatbestand und sind hochproblematisch.

Um nicht ungewollt Gewaltvideos auf dem Schulhof aufzuschnappen, sollte das Handy ihres Kindes für andere Mobilfunktelefone immer auf "verborgen" stehen bzw. Bluetooth deaktiviert sein. Die Fotos und Handyvideos werden auch eingesetzt, um andere zu demütigen, bloßzustellen oder zu erpressen.

Derartiges Cybermobbing, Mobbing unter Einsatz von elektronischen Medien, via Internet und Handy kommt leider immer häufiger vor und kann schlimme psychische Folgen haben. Die Täter traktieren ihre Opfer mit beleidigenden oder demütigenden SMS, Fotos und Videoclips, die das Opfer in peinlichen oder erniedrigenden Situationen zeigen.

Kreative Handy-Nutzung

So viele Gefahren und Sicherheitsrisiken das Handy auch birgt, es eröffnet gleichzeitig viele positive und kreative Zugänge zur Medienwelt. Mit dem Handy lässt sich auf vielfältige Art und Weise aktiv gestalten, z.B. eigene Klingeltöne und Musik komponieren.

Die Werbung, ob im Fernsehen oder im Internet, lockt mit Klingeltönen, die nicht selten überteuert sind. Klingeltöne lassen sich selber machen, eine kreative Medienaktivität für Zuhause oder den Musikunterricht. Auf neueren Handys ist oft schon Software integriert, mit der sich Töne samplen bzw. arrangieren lassen (bei Nokia z.B. "Toneditor", bei Sony "MusicDJ"). Mit solchen Programmen lassen sich einzelne Sounds aneinanderreihen. Alternativ dazu lassen sich freie Programme, wie der Ringtone-Maker einsetzen.

Die meisten Handys haben eine Audioaufnahmefunktion, mit der sich Sprache und Töne aufzeichnen lassen. Damit lassen sich Hörspiele und Podcasts produzieren und anschließend im Internet veröffentlichen.

Auch Handy-Logos lassen sich selber machen, mit der Handy-Kamera können Fotostorys produziert werden. Tipps und Anleitungen dazu finden Sie in den Linktipps am Ende.
Mit der Begrenzung auf 160 Zeichen regt die SMS zur Auseinandersetzung mit Text und Textformen an.

Die Beschäftigung mit SMS-Lyrik oder 160-Zeichen-Kurzgeschichten kann im Deutschunterricht erfolgen. Anregungen für den Unterricht finden Lehrer z.B. beim Schulprojekt Mobilfunk. Die kreativen Möglichkeiten lassen sich auch über einen selbst produzierten Handyclip austesten. Mit dem Handy können Videoclips gedreht, anschließend geschnitten und vertont werden.

Präsentiert werden sie zum krönenden Abschluss im Internet. Für alle zwischen 10 und 20 Jahren gibt es den bundesweiten Handyclipwettbewerb "Ohrenblick mal!", der die kreativsten Einsendungen mit Preisen belohnt.  Weitere Anregungen zum Kreativsein mit dem Handyfinden Sie in den Linktipps am Ende.

Besonders hervorzuheben sind dabei diese beiden Praxis-Broschüren, die mit vielen kreativen Ideen und Tipps aufwarten:

Regeln vereinbaren & Sicherheit gewähren - Tipps für Eltern

Was können Eltern tun, um einen möglichst sicheren Umgang mit dem Handy zu gewährleisten? Um das richtige Handy für Ihr Kind zu finden, sollten Sie vorab gemeinsam besprechen, welche Funktionalitäten das Handy erfüllen sollte, achten Sie auf den SAR-Wert, auf die technischen Möglichkeiten und auf den Kostenfaktor (Prepaid oder Vertrag). Neben den Tipps, um Kostenfallen zu umgehen (vgl. das Kapitel "Tipps & Regeln, um Kostenfallen zu vermeiden"), können Sie folgende Punkte berücksichtigen:

  • Informieren Sie sich über neue Trends und Vorlieben bei Kindern und Jugendlichen.
  • Besprechen Sie gemeinsam, welche Funktionen das Handy hat und was für einen sicheren Umgang zu beachten ist.
  • Probieren Sie das Mobiltelefon gemeinsam aus, lesen Sie die Bedienungsanleitung und lassen Sie sich von ihrem Kind zeigen, welche Funktionen es benutzt.
  • Einigen Sie sich auf klare Regeln für den Handy-Umgang, z.B. dass Ihr Kind vor jedem Download um Erlaubnis fragt.
  • Handys jüngerer Kinder sollten keine Bluetooth- oder Infrarot-Schnittstelle haben. Sofern das Handy damit ausgestattet ist, Bluetooth deaktivieren.
  • Kein Handy mit Internetzugang für Kinder. Beachten Sie, dass die Handynutzung schwerer zu kontrollieren ist als der Computer. Auf Kinder, die über ein Mobiltelefon mit Internetzugang verfügen, können alle aus dem Internet bekannten Risiken zukommen.
  • Für Smartphones von Jugendlichen gilt: Sprechen Sie über Risiken und Gefahren und vereinbaren Sie Regeln - genauso wie auch für die Internetnutzung.

Spätestens wenn das Handy zur mobilen Surfstation wird, verlieren Eltern die Kontrolle. Multimedia-Handys mit Internetzugang sollten daher älteren Kindern und Jugendlichen vorbehalten sein. Wer sich dazu entscheidet, seinem Nachwuchs internetfähige Multimedia-Handys zu erlauben, sollte unbedingt vorher klare Regeln für die Nutzung vereinbaren und über Risiken und Gefahren aufklären.

Kinder verstehen es mitunter besser als ihre Eltern, mit der Technik umzugehen. Was ihnen dagegen fehlt, ist ein Gefahrenbewusstsein, Kenntnisse der Rechtslage sowie eine moralische Basis, auf der die eigenen Handlungen reflektiert werden. Hier sind Eltern und Pädagogen gefordert. Regeln allein reichen nicht aus, erst die Aufklärung über mögliche Gefahren, mögliche eigene Fehltritte sowie rechtliche Vorgaben schafft den notwendigen Wissenshintergrund, der zu einem verantwortungsvollen und einsichtigen Umgang führen kann.

Eltern, Pädagogen und die Gesellschaft müssen Kinder und Jugendliche dabei begleiten, einen sicheren Weg für die mobile Kommunikation gehen zu können. Und dazu gehört vor allem Aufklärung. Nur wer weiß, welche Rechte er und andere haben, welche Einstellungen und Verhaltensweisen nötig sind, um sich selbst und andere zu schützen und zu respektieren, wird sicheren und medienkompetent mit der vernetzten Handy- und Internetwelt umgehen können.

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Ausschnitt aus dem Poster zum Kongress

Der Medienpass NRW in der Grundschule
Am 16. Juni 2012 von 10 bis 16 Uhr im Haus der Technik, Essen: Kongress "Der Medienpass NRW in der Grundschule"

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