Sonntag, 20. Mai 2012

Newsletter Nr. 15

Auswirkungen auf die Entwicklung

Kinder und Jugendliche können durch Onlinesucht in ihrer Entwicklung gestört werden. Die Onlinewelt ist eine Ersatzwelt mit einer anderen Qualität. Wer nur Erfahrungen am Computer sammelt, verpasst das echte Leben mit seinen Möglichkeiten, Problemen und Konflikten. Und gerade Heranwachsende brauchen diese Möglichkeiten, um soziale und kommunikative Kompetenzen zu erproben und zu erlernen. Kommunikation mit einem echten Gegenüber, die mit Gestik und Mimik auch nonverbal passieren kann, entfällt in der Virtualität. Hand und Auge sind alles, was am Bildschirm benötigt wird. Andere Sinneseindrücke werden vernachlässigt. Das Repertoire menschlicher Ausdrucksmöglichkeiten wird eingeschränkt.

Die "sozialen Kontakte" der virtuellen Welt sind nur Scheinkontakte. Die Erfolgserlebnisse sind keine echten "Erlebnisse", sondern eigentlich nur Gedankenkonstrukte.

Jugendliche haben noch keine gefestigte Persönlichkeit. Sie entwickeln diese erst. Dabei setzen sie sich mit zentralen Fragen und Thematiken des Reifens und der Identitätsfindung auseinander ("Wer bin ich?" "Wie sehen mich die anderen?") Für eine gesunde Entwicklung, die sie zu einer starken Persönlichkeit reifen lässt, benötigen sie reale Kontakte.

Problematisch ist auch die unrealistische Möglichkeit des Onliners, seine Belohnung für Verhalten eigenhändig zu kontrollieren. Im Onlinespiel lässt sich auf Levels, Schwierigkeitsgrade und Punkte Einfluss nehmen. In der Realität stellt die Fähigkeit, seine Belohnungswünsche den Regeln und Ordnungen der Gesellschaft anzupassen, eine Lern- und Entwicklungsaufgabe Heranwachsender dar. In der Realität wird ein Kind z.B. nicht alle viertel Stunde von den Eltern für jede Tätigkeit gelobt. Eine Untersuchung des Universitätsklinikums Eppendorf, Hamburg wies nach, dass krankhafte Glücksspieler tatsächlich eine Veränderung im Gehirn erfahren. Ihnen reichten alltägliche Belohnungssituationen nicht mehr aus.

Liegt ein übermäßiger Konsum über einen langen Zeitraum vor, kann sich die Entwicklung des Gehirns verändern. Heranwachsende, die dauerhaft in Scheinwelten abtauchen, bekommen auf lange Sicht ein Gehirn, mit dem sie sich in der Realität schlecht zurecht finden können, da es primär auf die Virtualität abgestimmt ist, warnt der Neurobiologe Gerald Hüther. Das Gehirn strukturiert sich entsprechend seiner Nutzung.

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Ausschnitt aus dem Poster zum Kongress

Der Medienpass NRW in der Grundschule
Am 16. Juni 2012 von 10 bis 16 Uhr im Haus der Technik, Essen: Kongress "Der Medienpass NRW in der Grundschule"

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