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"Twinkomplex" lässt echte und virtuelle Welt verschmelzen
Das Internet-ABC erklärt, warum das Online-Spiel aufregend anders ist
(19.12.2011)
Auf dem Sofa sitzend dem Kommissar bei der Arbeit zusehen, das kann jeder. Aber selbst mal in die Hände spucken und einen Fall lösen - das ist schon eine Herausforderung. Wie schwierig ist es, Beweise zu sammeln, sie auszuwerten und die richtigen Schlüsse zu ziehen? Das kann jetzt jeder selbst herausfinden, denn im Internet ist eine ganz neue Art von Computerspiel gestartet. Twinkomplex ist eine "Personal Novel", ein Krimi zum Mitmachen. Jeder kann in die Geschichte eintauchen, selbst ermitteln, zum Geheimagenten werden.
Bei Twinkomplex taucht der Spieler in eine virtuelle Welt ein, die durchaus real wirkt. Es erscheinen keine kunterbunten Avatare auf dem Bildschirm, sondern echte Menschen, Schauspieler. Realität und Fiktion verwischen. Wer hier mitmacht, wird Agent der DIA (Decentral Intelligence Agency). Die Aufgabe: Einen verschwundenen Agenten aufspüren, den geheimnisvollen Max van der Graaf. Wo er steckt? Es gibt keine konkreten Hinweise, aber irgendwo in Berlin. So wie erst mal alles ein großes Geheimnis ist - und darum geht es in diesem mysteriösen Spiel.
Es gibt keinen plumpen Spielablauf, den jeder durchspielen müsste. Jeder kann seine eigene Geschichte stricken. Während des Spiels bekommt man immer wieder Videos mit echten Schauspielern zu sehen. Einige sind Kollegen, also auch Agenten, andere sind Zeugen, wieder andere können Verdächtige sein. Das zu unterscheiden ist eine der vielen Aufgaben im Spiel. Der Spieler taucht also in die virtuelle Welt ein. Am Computer werden Beweise gesichtet, DNA-Tests in Auftrag gegeben, Fundstücke analysiert und vieles andere mehr. So etwas kennt man auch von anderen Onlinespielen, aber bei Twinkomplex ist trotzdem alles anders.
Denn die Spieler müssen Kontakt mit anderen Spielern aufnehmen. Dazu werden Teams zu jeweils vier zufällig ausgewählten Spielern gebildet. Allein kommt man nicht weiter. Twinkomplex ist ein Social Game, anspruchsvoll, einfallsreich, grafisch opulent gemacht. Das Spiel vermengt geschickt echte und virtuelle Welt. Spieler müssen Onlinemedien wie Google Maps nutzen, um im Spiel weiterzukommen, um den Vermissten zu finden - und nutzt dazu gängige Recherchemittel im Internet.
Verwirrend - und aufregend. Twinkomplex spielt zu großen Teilen im ehemaligen Flughafen Tempelhof, wo die meisten Szenen gedreht wurden. Hergestellt wurde das Spiel in Deutschland, eine illustre Runde aus Kreativen, Drehbuchautoren, Filmemachern, Grafikern und Programmierern. Die erste Staffel des Spiels ist fertig. Es soll aber weiter gehen. Die Geschichte selbst lässt sich unendlich weiterdenken und ausweiten. Bei Erfolg soll das auch geschehen.
Twinkomplex ist kostenlos, free2play. Geld verdienen wollen die Macher, die rund 500.000 Euro in das Projekt gesteckt haben, aber trotzdem. Wie heute üblich, können sich Spieler kleine Vorteile im Spiel erkaufen - durch Bezahlen. Man kann das Spiel wunderbar auch ohne etwas zu bezahlen meistern, aber manchmal geht es schneller oder ist einfacher, wenn man doch etwas kauft und bezahlt. Gewöhnlich machen rund 10 bis 20 Prozent der Spieler von einer solchen Möglichkeit Gebrauch. Das reicht schon, um so ein Spiel zu finanzieren.
[Ein Surftipp von Jörg Schieb]











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